


Gründerin und Hauptgesellschafterin der Dreescher Werkstätten gGmbH ist die: "Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Kreisvereinigung Schwerin e.V."
Als Orientierung für die tägliche Arbeit haben der Vorstand der Lebenshilfe und die Leitung der Dreescher Werkstätten gGmbH gemeinsam im Jahr 2001 folgendes Leitbild beschlossen.
Unternehmens- und Führungskultur werden durch die Praxis geprägt, wie die Menschen im Unternehmen mit den Menschen im Unternehmen und in seinem Umfeld umgehen. Durch nichts sonst.
Wer wir sind
Unser Unternehmen, die Dreescher Werkstätten gGmbH, betreibt Einrichtungen und Dienste, deren Zweck es ist, Menschen mit Behinderung ein möglichst selbstbestimmtes, freies und würdevolles Leben innerhalb dieser "normalen" Gesellschaft zu ermöglichen.
Die grundlegenden Werte unserer Arbeit sind im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und im Grundsatzprogramm der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung festgelegt.
Vision
Leuchtfeuer geben Orientierung über sehr große Entfernungen. Sie selbst sind keine Ziele, die erreicht werden sollen. Aber sie helfen, die Richtung unseres Weges zu bestimmen.
Leuchtfeuer für die Arbeit unserer Dreescher Werkstätten gGmbH ist die Vision einer Gesellschaft, die alle Menschen gleichermaßen wertschätzt, unabhängig von Begabungen, Fähigkeiten, Schwächen und Stärken, Alter, Geschlecht oder Rasse.
Wie alle Menschen, haben auch Menschen mit geistiger Behinderung das Recht, ihr Leben so weit wie möglich eigenständig und selbst zu gestalten. Auf der Basis von Respekt und Achtung vor jedem Leben sollen Freiräume geschaffen werden, in denen Förderung und Hilfe angeboten, aber nicht aufgedrängt werden, ohne jemals den Aspekt der Schutzbedürftigkeit aus den Augen zu verlieren.
Unter "Selbstbestimmung in sozialer Integration" verstehen wir:
Alle erhalten die nötige menschliche Zuwendung und öffentliche Unterstützung, um frei und unabhängig in der Nachbarschaft leben zu können. Sie lernen, angstfrei und respektvoll miteinander umzugehen, auch ihr Schicksal als solches zu begreifen, anzunehmen und zu leben.
Es mag sein, dass es noch viel Zeit braucht, in die Nähe unserer Vision zu kommen. Unsere Schritte sind wichtige Schritte auf diesem Weg!
Menschenbild
Jeder Mensch ist einzigartig und vollständig. In ihrer ganzen Vielfalt haben alle Menschen die gleichen Rechte und den gleichen Anspruch auf würdevolle Begegnung.
Das Menschsein ist unteilbar. Die Rechte auf Befriedigung der Grundbedürfnisse, auf soziale Beziehungen, auf körperliche und geistige Betätigung, auf Teilhabe am Arbeitsprozess, auf Liebe und Sexualität, auf Bildung einer Weltanschauung, auf Ausdruck ihrer Spiritualität gelten immer für alle Menschen.
Unser Blick auf den Menschen ist getragen von Respekt und Würde. Er umfasst möglichst alle Dimensionen des menschlichen Lebens und bezieht gesellschaftliche und familiäre Systeme ein. Er sucht aktiv die individuellen Gaben, Stärken und Fähigkeiten eines Menschen. Recht auf Individualität bedeutet daher für uns, den ganzen Menschen mit seinen Bedürfnissen und Wünschen respektieren und achten unabhängig vom Entwicklungsstand seiner Persönlichkeit. Eine Abgrenzung der Persönlichkeit wird zugelassen und gefördert - auch bei der Pflege!
Vor dem Hintergrund der Gentechnik und den damit verbundenen Möglichkeiten wird die ethische Unteilbarkeit und Unantastbarkeit des Menschen unterstrichen.
Auch für Schwerstbehinderte ist die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu fordern und zu ermöglichen, denn Menschen mit Behinderungen können ebenso sinnerfüllt und glücklich leben wie es nichtbehinderte Menschen können.
Gesellschaftsbild /Soziale Standortbestimmung
Unser Verständnis von Behinderung legt einen an Selbsthilfe und Selbstbestimmung orientierten Ansatz unserer Arbeit mit und für behinderte Menschen nahe. Das bedeutet für uns, dass unsere Arbeit immer auch eine Arbeit an der Gesellschaft ist, dass Behindertenpolitik immer auch ein Teil der gesamten Sozialpolitik sein muss, die gegen Ausgrenzung und Benachteiligung von Randgruppen orientiert ist.
Gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungsprozesse bestimmen die Rahmenbedingungen unserer Arbeit. Diesen Veränderungen gilt es, sich zu stellen und ihnen mit Ideenreichtum zu begegnen, um unsere Ziele zu verwirklichen. Für alle Menschen sind gleichwertige Lebensbedingungen, Unterstützung und Hilfen zu schaffen. Kosten-Nutzen-Kriterien dürfen bei der Entscheidung über behindertes Leben keine Rolle spielen. Daraus folgt: Toleranz, Solidarität, gegenseitige Achtung, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Verständnis und Neugierde müssen wir fördern und fordern. Auch extreme Lebenssituationen sind keine Legitimation dafür, das Lebensrecht einzuschränken.
Haushaltsengpässe der öffentlichen Hände bestimmen die Ausgabenpolitik.
Lobbyarbeit für behinderte Menschen ist daher immer auch eine Arbeit für eine gerechte Verteilung der gesellschaftlichen Ressourcen. Gemeinsam mit der LEBENSHILFE Kreisvereinigung Schwerin e.V. und deren Landesverband Mecklenburg-Vorpommern bemühen wir uns, für Verständnis und Unterstützung unserer Ziele durch Politik und Gesellschaft zu sorgen und einen sozialpolitischen Entwicklungsprozess im Sinne unserer Vision zu fördern.
In parteipolitischer und konfessioneller Hinsicht verhalten wir uns neutral und tolerant nach innen und außen.
Ziele
Die Aktivitäten unserer Dreescher Werkstätten gGmbH sind darauf gerichtet, für die Mitglieder unserer Zielgruppen bedarfsgerechte und geeignete Angebote zur Unterstützung bei der Führung eines möglichst normalen und individuell gestalteten Lebens vorzuhalten.
Eine an Individualität orientiere Lebensgestaltung umfasst die Gewinnung und Erhaltung von angemessenen Lebensbedingungen, von Selbstbestimmung und Selbständigkeit im Alltag, die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, die Integration ins Arbeitsleben, die Teilnahme am gesellschaftlichen, öffentlichen, kulturellen und kirchlichen Leben.
Dabei beziehen wir die Unterstützung der versorgenden, betreuenden, pflegenden Familienangehörigen ausdrücklich in unsere Zielsetzung mit ein, erwarten aber ebenso deren aktive und konstruktive Mitarbeit.
Zielgruppen - und unsere Verantwortung
Mit unserer Arbeit wenden wir uns vorrangig an Menschen mit einer geistigen Behinderung in allen Lebensphasen, ebenso an deren Eltern /Angehörige oder minderjährige Kinder mit Angeboten zur Beratung, Unterstützung, Begleitung und Entlastung.
Ausdrücklich zählt unsere Dreescher Werkstätten gGmbH auch schwerstmehrfachbehinderte Menschen zu ihrer Zielgruppe, ebenso geistig behinderte Menschen mit sehr schwierigem oder auffälligem Verhalten. Die Angebote für chronisch psychisch kranke Menschen unserer Werkstatt IMPULS werden in enger Kooperation mit der Anker Sozialarbeit gGmbH gesehen .
Die einzelnen Einrichtungen und Angebote der Dreescher Werkstätten gGmbH stehen grundsätzlich allen behinderten Menschen offen. Ein sehr spezieller und dauerhafter medizinischer Pflegebedarf, selbst- und fremdgefährdendes Verhalten sowie die Abhängigkeit von Alkohol und Drogen können die Möglichkeiten zu fachgerechter Arbeit - bei Abwägung des Einzelfalls und der gegebenen Bedingungen - überschreiten.
Sollte für Angehörige unserer Zielgruppe eine Aufnahme oder ein Verbleib in unseren Einrichtungen nicht möglich sein, so versuchen wir, über Alternativen zu beraten, Kontakte herzustellen und ggf. eine Begleitung zu organisieren.
Aufgaben / Tätigkeitsfelder
Aus den skizzierten Grundverständnissen und den benannten Zielen müssen wir gemeinsam mit unseren NutzerInnen, deren Eltern und Angehörigen, unseren Kunden und Angestellten einen ständigen Anpassungsprozess betreiben an die Erfordernisse einer sich entwickelnden Gesellschaft. Dabei bleibt die Vorhaltung eines optimierten Angebotes für unsere Zielgruppen im Sinne der vorstehenden Leitgedanken oberstes Ziel.
Als wichtige Schritte zur Verwirklichung unserer Vision sehen wir einerseits die Förderung von Akzeptanz und Integration von Menschen mit Behinderung durch Einflussnahme auf das öffentliche Bewusstsein. Damit verbunden stellen wir uns andererseits die Aufgabe, für sie Freiräume für Integration zu finden, anzubieten und zu begleiten.
Chancen und Hilfen anbieten für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, damit sie in der Gesellschaft bestehen können, verpflichtet uns, vielfältige Unterstützungsangebote für alle Alters- und Zielgruppen bereitzustellen. Das heißt insbesondere, vielfältige Arbeitsangebote, unterschiedliche, durchlässige Wohnformen sowie Freizeitaktivitäten, Informations- und Beratungsangebote für alle Betroffenen in der Stadt Schwerin und näheren Umgebung zu schaffen, zu unterhalten und qualitativ abzusichern. Auch durch Kooperation mit anderen Anbietern/Partnern können diese Ziele erreicht werden, sofern uns maßgebender Einfluss auf Inhalte und Qualitätsstandards bleibt.
Offene Dienste - Beratung / Information / Vermittlung / Bildung
Unsere Dreescher Werkstätten gGmbH stellt einen wichtigen Anlaufpunkt für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen dar. Wir informieren und beraten zu allen Fragen rund um das Thema Behinderung und vermitteln oder verweisen auf unsere eigenen Angebote ebenso wie auf ergänzende Angebote anderer Träger mit dem Ziel einer bestmöglichen Lösung für den Ratsuchenden.
Der Bereich der Offenen Dienste bietet vielfältige ambulante, flexible und mobile Dienstleistungen und persönliche Assistenz an, die im weitesten Sinn der Familienentlastung, Qualifizierung, Bildung, Freizeitgestaltung sowie der Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung der Betroffenen dienen.
Familien stärken bedeutet auch, Selbsthilfe in den Familien fördern: Wichtiges Element ist daher auch die Vermittlung zu erfahrenen Eltern und Angehörigen aus dem Umfeld der LEBENSHILFE.
Arbeiten
Arbeit ist ein zentrales Element der menschlichen Selbstverwirklichung. Die Dreescher Werkstätten gGmbH ist daher gehalten, möglichst viele verschiedene, geeignete Arbeitsplätze für Menschen mit geistiger Behinderung vorzuhalten. Das Kernstück dabei bildet die WfB. Zu unserem Bemühen, für behinderte Menschen Brücken zu schlagen in andere Arbeitsverhältnisse gehört auch deren berufliche (Aus-)Bildung, Qualifizierung, Beratung und Begleitung bis hin zur Arbeitsassistenz. Insofern eröffnen und begleiten wir auch integrative Arbeitsmöglichkeiten in Außenarbeitsgruppen, an Außenarbeitsplätzen, Betriebspraktika usw. Dabei bleiben wir offen für Neuerungen und Experimente, auch in Einzelfällen.
Die Integrationsfirma ZAGAPU GmbH rundet unsere Angebotspalette ab.
Wohnen
Wohnen heißt zu Hause sein. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, bietet unsere Dreescher Werkstätten gGmbH ein weitgefächertes, durchlässiges Angebot an ambulanten und stationären Wohnmöglichkeiten, die sich an den individuellen Bedürfnissen der behinderten Menschen orientieren und ihnen eine Wahlmöglichkeit eröffnen. Dabei gilt es, ihnen soviel Selbständigkeit zu lassen wie möglich und ihnen soviel Unterstützung zu bieten, wie nötig.
Wir setzen uns dafür ein, dass den Menschen mit geistiger Behinderung in unserer Region der ihnen vertraute Lebensraum in allen Lebensphasen erhalten bleibt.
Arbeitsprinzipien
"Was du nicht willst, das man Dir (oder Deinem Kind) tu, das füg` auch keinem andern zu".
Die Ansprüche, die wir hinsichtlich Respekt, Ästhetik und Umsicht an den Umgang mit uns selbst stellen, gewähren wir sensibel u nd ungefragt dem Menschen mit Behinderung. In der Alltagsgestaltung bedeutet dies, dass Aufmerksamkeit, Achtung, angemessene Förderung und Pflege/Hygiene unsere Arbeit bestimmen, angebahnte Fähigkeiten erkannt und weiter entwickelt werden.
Unsere Ziele können wir nur durch wirtschaftlich erfolgreiches Handeln verwirklichen. Das erfordert termingerechte und zuverlässige Arbeit sowie flexibles Reagieren auf innovative Entwicklungen, um die Zufriedenheit unserer MitarbeiterInnen und Angestellten sowie unserer externen Kunden am Markt sicherzustellen.
Den unterschiedlichen Kostenträgern sind wir ein verlässlicher Partner bei der Erfüllung unseres Auftrags.
Management
Unser Menschenbild und die benannten Ziele der Dreescher Werkstätten gGmbH prägen den Stil unseres Handelns nach innen und außen. Alle Aktivitäten und Geschäfte sind an den ethischen Grundaussagen dieser Unternehmensphilosophie zu orientieren.
Um Menschen mit Behinderung Dienstleistungen in guter Qualität anbieten zu können, muss auch die Organisation flexibel reagieren und sich fortwährend weiterentwickeln. Dafür zu sorgen ist primär Aufgabe der Unternehmensführung, aber auch aller anderen am Prozess beteiligten Personen und Gremien.
Der Aufbau eines umfassenden und an unseren Leitgedanken orientierten Qualitäts-Management-Systems, die Anwendung moderner Management- und Controlling-Methoden und der Austausch mit anderen Einrichtungen sind dabei unerlässlich.
Qualitätssicherung, Qualitätsmessung, Qualitätskriterien
Die Erfüllung und Weiterentwicklung inhaltlich hoher Standards bei unserer Arbeit mit und für die Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen stehen im Vordergrund. Zufriedenheit von MitarbeiterInnen, BewohnerInnen, Angestellten und Kunden sind dabei gleichermaßen zu achten. Diese Haltung stellt Anforderungen an die ganze Person, und zwar an menschliche wie fachliche Fähigkeiten.
Qualitätsmaßstab im Umgang mit den uns anvertrauten Menschen sind neben unseren Leitsätzen die ethischen Grundaussagen der LEBENSHILFE und deren Grundsatzprogramm.
Selbstbestimmung / Mitbestimmung
Mitbestimmung von Menschen mit Behinderung in den Einrichtungen der Dreescher Werkstätten gGmbH ist uns ein ebenso wichtiges Anliegen wie die Interessenvertretung ihrer Eltern und Angehörigen. Wir unterstützen Menschen mit Behinderung und deren Familien bei der Wahrnehmung ihrer Rechte und Pflichten.
Zur Aufgabe unserer Angestellten gehört, sowohl die Selbstbestimmung des behinderten Menschen als auch das Verhältnis zu seiner Familie wichtig zu nehmen und aktiv zu fördern. Wie alle Menschen muss auch der Mensch mit geistiger Behinderung lernen, sich an Grundregeln des Zusammenlebens zu halten. Ist ein Mensch nicht zur Anpassung an Rahmenbedingungen, zu diesem sich Einfügen in der Lage, sehen wir es als unsere Aufgaben an, die jeweils individuell erforderlichen Hilfestellungen anzubieten ohne dabei den Anspruch auf Selbstbestimmung aufzugeben. Im Spannungsfeld zwischen dem Anspruch eigener Selbstverwirklichung und der Wahrung der Rechte anderer gilt es, ebenso Wahlentscheidungen treffen zu können wie auch - mit Begleitung - die Konsequenzen zu tragen.
Kommunikation / Information / Konfliktkultur
Gegenseitige Wertschätzung, Fairness, Offenheit, Ehrlichkeit und Höflichkeit prägen unseren Umgang miteinander.
Offen und fair umgehen miteinander, mit Erfolgen und Misserfolgen bedeutet auch, gute Leistungen gleicherma ßen anerkennen wie berechtigte Kritik äußern und annehmen, aus Fehlern lernen und nach Lösungen statt nach Schuldigen zu suchen.
Es ist Aufgabe aller Beschäftigten, eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre zu gestalten, in der jeder in arbeitsbedingten Belastungs- und Krisensituationen kollegiale Unterstützung finden kann. Schwierigkeiten und Konflikte müssen sensibel wahrgenommen, fair und konstruktiv bearbeitet, partnerschaftlich gelöst und als Chance zur Weiterentwicklung genutzt werden. Meinungsunterschiede sollen intern offen ausdiskutiert werden; auch in Konfliktsituationen ist stets gegenseitiger Respekt im Sinne unseres Leitbilds zu wahren!
Getroffene Vereinbarungen verpflichten alle zur Umsetzung und bei auftretenden Schwierigkeiten zur Rückmeldung.
Diese Anforderungen gelten ungeteilt für alle Ebenen und Gruppen im Unternehmen, für alle Menschen in unserem Umfeld, seien sie nun behindert oder nicht.
Ein besonderes Anliegen ist es uns, den Menschen mit geistiger Behinderung ein Recht nicht nur auf fachlich korrekte Dienstleitung, sondern ebenso auf das Zusammenleben in einer gleichberechtigten und menschlichen Beziehung einzuräumen. Insofern ist die Beziehungsgestaltung als Qualitätsmerkmal zu bewerten. Was der behinderte Mensch sagt und tut, macht für ihn Sinn. Deshalb ist es die vorrangige Aufgabe aller, dies zu erkennen und zu verstehen, aber auch sich für den Einzelnen verständlich auszudrücken. Im Alltag mit den behinderten Menschen erfordert dies ein ständiges Beobachten, Einfühlen, Warten, Zeit und Geduld gewähren.
Insbesondere der Aspekt, dass Menschen mit geistiger Behinderung in großer Zahl ohne ihre Eltern alt werden, verstärkt die Notwendigkeit aufmerksamer Wahrnehmung und Vertretung ihrer Interessen. Beide Seiten - (andere) Eltern wie hauptberufliche MitarbeiterInnen - sollen sich dabei in ihrer jeweiligen Kompetenz anerkennen und wertschätzen. Die Arbeit mit und für Menschen mit Behinderung und deren Angehörige erfordert eine enge Zusammenarbeit und gemeinsame Verantwortung aller Beteiligten über die organisatorischen Grenzen der Unternehmensbereiche hinaus. Unabhängig von ihrer Einbindung in hierarchische Strukturen und Einrichtungen sollen daher alle Beteiligten in Teamarbeit miteinander zu einer gemeinsam getragenen Basis für die fachliche Arbeit gelangen. Dies bedingt, dass Informationen weitergegeben werden, umfassend, rechtzeitig und zeitnah an alle, die es angehen, für die es auch wichtig oder hilfreich sein könnte, auch arbeitsplatz- und einrichtungsübergreifend.
Personalarbeit und Führung
Die Motivation und (Arbeits-)Zufriedenheit unserer Beschäftigten wirkt sich unmittelbar aus auf ihren Umgang mit den ihnen anvertrauten Menschen.
Als Grundvoraussetzung sorgen wir für einen reibungslosen Informationsfluss und die Transparenz innerbetrieblicher Abläufe, Entscheidungsgrundlagen und Zusammenhänge.
Dazu schaffen wir Strukturen mit flachen Hierarchien, die ein von Vertrauen, Zufriedenheit, Kooperationsbereitschaft und gegenseitiger Achtung geprägtes Arbeitsklima gewährleisten - ein unerlässlicher Bestandteil für Motivation, Engagement und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Alle Beschäftigten tragen in ihren Funktionen zum Erfolg des Unternehmens und zur Verwirklichung unserer Ziele bei. Die Personalarbeit erhält daher in der Dreescher Werkstätten gGmbH einen herausgehobenen Stellenwert. Wichtig ist uns infolgedessen die Einstellung von ausreichendem und qualifiziertem Fachpersonal ebenso wie Nachwuchsförderung und moderne Personalentwicklungs-konzepte. Dazu gehören u.a. zielgerichtete berufliche wie persönlichkeitsorientierte Aus- und Fortbildung und Supervision sowie innerbetriebliche Rotation. Wir sind offen für neue Arbeitszeit- und Beschäftigungsmodelle und legen Wert auf zuverlässige, leistungsorientierte Bezahlung mit angemessenen Sozialleistungen.
Wir sind uns der Fürsorgepflicht gegenüber allen MitarbeiterInnen und Angestellten bewusst; eine besondere Verpflichtung empfinden wir jedoch gegenüber jungen Menschen, die wir nur kurze Zeit auf ihrem Weg begleiten (ZDL, FSJ, Praktikanten usw.) und denen wir Orientierung geben im Sinne unseres Menschenbildes.
Auf allen Ebenen unseres Unternehmens legen wir Wert auf einen menschlichen Führungsstil. Führen heißt vor allem, selbst Vorbild sein sowie sich angemessen mit dieser Aufgabe auseinandersetzen, heißt Mitarbeiter im Team anleiten, fordern und fördern. Wer mit Führungsaufgaben gegenüber behinderten oder nichtbehinderten Menschen betraut ist, unterstützt deren Eigenständigkeit, Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und Entscheidungsfreude und nimmt sie ernst. Dazu gehört, Aufgaben verständlich, mit eindeutiger Zielsetzung und klarer Zuerkennung von Kompetenzen zu delegieren, einhergehend mit der Verpflichtung zur Kontrolle der Aufgabenerfüllung und eindeutiger konstruktiver Rückmeldung ebenso wie das Recht auf Fehler einzuräumen.
So können unsere Beschäftigten angstfrei Verantwortung übernehmen für ihr Arbeitsgebiet und für sich selbst, Risikobereitschaft zeigen, aufgeschlossen sein für Veränderungen und neue Aufgabenstellungen.
Finanzen
Die Sicherstellung unserer Angebote hat oberste Priorität. Für unsere Dreescher Werkstätten gGmbH als sozialem Dienstleistungsunternehmen erfordert dies einen effektiven, verantwortungsvollen Umgang mit den finanziellen Ressourcen.
Wir arbeiten vorwiegend mit öffentlichen Geldern. Daher müssen wir verantwortungsbewusst damit umgehen, sparsam, wirtschaftlich und zielgerichtet handeln. Dabei gilt es, Prioritäten zu setzen und in Einzelfällen auch sinnvolle, abgrenzbare Risiken einzugehen.
Aktive und zielgerichtete Werbung um Spenden und ähnliche finanzielle Unterstützung gewinnen für die qualitative Absicherung unserer Angebote zunehmende Bedeutung.
Öffentlichkeitsarbeit / Selbstdarstellung
Durch Information und Begegnung möchten wir die Öffentlichkeit sensibilisieren für Integration und Normalisierung und die Akzeptanz von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft fördern.
Die Werbung um Verständnis in der Gesellschaft und um politische wie auch finanzielle Unterstützung hat besonderen Stellenwert. Öffentliche Ausgaben werden auch von der öffentlichen Meinung gesteuert. Die Öffentlichkeitsarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele. Die Darstellung der Probleme behinderter Menschen ist diesem Leitbild entsprechend getragen von Würde und Respekt.
Unsere Beschäftigten wirken immer, auch außerhalb ihrer Arbeitszeit, am öffentlichen Bild unserer Dreescher Werkstätten gGmbH und der uns anvertrauten Menschen mit. Sie werden daher zur bewußten Wahrnehmung dieses Einflusses angehalten.
Kooperation / lokales Netzwerk
Behindertenpolitik im Sinne unserer Zielsetzung wird als Bestandteil der allgemeinen Sozialpolitik verstanden. Politische Einflussnahme, fachlicher Austausch, solidarische Kooperation sind daher wichtige Bestandteile unserer Arbeit. Um dem Ziel der Integration behinderter Menschen in das Leben der Stadt zu dienen, werden auch Kooperationen mit anderen Trägern und Verbänden gesucht. Die angemessene Mitwirkung in relevanten - auch überregionalen - Gremien ist wichtiger Bestandteil der Leitungsaufgaben.
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